Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die erste wodka-artige Spirituose aus Getreide gebrannt. Es ist unklar, ob dies in Polen oder Russland geschah. Beide Länder beanspruchen den ersten Wodka für sich. Wodka-Produzenten mit einer langen Tradition sind neben Polen, Russland und Ukraine auch Schweden und Finnland. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert durfte der Wodka in Russland nur in Tavernen verkauft werden, die vom Zar eine Genehmigung hatten. Zar Peter der Große gab schließlich die Wodkaproduktion frei, ließ diese jedoch besteuern. Katharina II. schränkte das Produktionsrecht wieder ein und nur noch Adelige und Staatsunternehmen durften die Spirituose offiziell herstellen. Im 19. Jahrhundert kam die Kartoffel als Rohstoff auf und Billigbrände überschwemmten den osteuropäischen Markt.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 verbot der russische Zar Nikolaus II. den Ausschank und Verkauf von Wodka. Dies führte zu einem Einbruch der Staatseinnahmen um ein Drittel. Als Folge blühte überall die Schwarzbrennerei auf. Die Bolschewiki verboten die Produktion und den Verkauf aller Arten von Alkohol vollständig, mussten dieses Verbot jedoch 1925 wieder aufgeben. Im Zweiten Weltkrieg wurden Wodkarationen für die Soldaten der Roten Armee eingeführt. Durch die zeitweise Prohibition in Russland wanderten zahlreiche Hersteller von Wodka nach der Oktoberrevolution aus und brachten die Produktion des Wodkas nach Westeuropa, Nordamerika und sogar nach Neuseeland. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Russland wieder das Staatsmonopol für die Produktion eingeführt. Unklar ist, ob der Chemiker und Entwickler des Periodensystems Dimitri Mendelejew auch der Erfinder des modernen Wodkas ist. Seine Doktorarbeit hat er zum Thema "Wodka" verfasst und entscheidende Beiträge zur Verbesserung des Herstellungsverfahrens geliefert.
Wodka kann aus sehr unterschiedlichen, kohlenhydrathaltigen Ausgangsstoffen hergestellt werden. Meist wird Getreide verwendet, aber auch Kartoffeln und Melasse sind üblich. In den meisten Ländern gibt es keinerlei spezielle Beschränkung der möglichen Rohstoffe für Wodka, sofern diese für die Herstellung von Spirituosen im allgemeinen zugelassen sind. So wird beispielsweise in Australien, Italien, Frankreich oder den Vereinigten Staaten der Wodka mitunter aus Weintrauben produziert
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Getreide: Das traditionelle Getreide zur Wodkaherstellung in Osteuropa ist bis heute Roggen. Daraus hergestellter Wodka schmeckt lieblich, weich, mild, leicht süßlich. Daher gilt er als der beste Ausgangsstoff. In westlichen Ländern wird oft Weizen sowie in Skandinavien zum Teil auch Gerste verwendet.
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Kartoffeln: Kartoffeln werden seit dem 19. Jahrhundert verwendet. Der Geschmack des daraus gewonnenen Wodkas ist gewöhnlich schwerer und süßlicher als der des aus Weizen destillierten Wodkas.
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Melasse: Ist ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion und gilt als der billigste und qualitativ schlechteste Rohstoff für Wodka. Der Geschmack des daraus gebrannten Wodkas ist meistens etwas süßer als der von Getreidewodka. Hieraus hergestellte Wodkas zählen nahezu immer zum unteren Preissegment.
Die Wodkagewinnung beginnt mit der Herstellung der "Maische", also dem Vermischen des jeweiligen Ausgangsstoffs – geschrotetes und gemälztes Getreide oder zerkleinerte Kartoffeln – mit Wasser. Beim anschließenden Erhitzen werden die Stärkemoleküle aufgespalten. Der nun süßen Maische wird Hefe hinzugefügt, um die Gärung in Gang zu setzen. Beim Gären wird der Zucker in der Maische in Alkohol umgewandelt, bis zu einem Gehalt von 6–7 Vol% Alkohol. Danach erst findet das eigentliche Brennen statt, wobei der "Rohalkohol" gewonnen wird. Der Brennvorgang wird stufenweise wiederholt, um die Produktqualität zu verbessern. Der Brennprozess findet kontinuierlich statt, das Maischen hingegen geschieht in Chargen.
Um den Wodka möglichst geschmacksneutral herzustellen, wird das Destillat anschließend gefiltert. Dabei werden Begleitaromen, vor allem Fuselöle, entfernt. Dazu wird die Flüssigkeit durch Säulen mit Aktivkohle gepumpt, welche die unerwünschten Stoffe an sich binden. Abschließend werden die verbliebenen Schwebeteilchen mit Hilfe von sehr feinem Filterpapier abgetrennt. Der gereinigte Wodka besteht also fast nur noch aus reinem Wasser und Ethanol. Diese Neutralisierung des Geschmacks durch einen Filterprozess unterscheidet den Wodka vom Kornbrand. Die Qualität des Filterprozesses ist entscheidend für die Qualität des Endproduktes und damit auch dessen Preis.
Neben den reinen oder puren Wodkas werden inzwischen auch aromatisierte Wodkas hergestellt, indem das Destillat oder der pure Wodka mit Früchten, Gewürzen, Extrakten oder Essenzen angesetzt oder Aromaöle hinzugegeben werden. Die häufigsten Aromatisierungen sind "Zitrone" und "Schwarze Johannisbeere", die es mittlerweile von den vielen größeren Marken gibt. Aber auch mit Pfeffer, Orange oder Cranberry kann man Wodka aromatisieren. Ein besonders breites Portfolio an Aromen bietet hierbei der schwedische Absolut Wodka und besonders intensiv schmecken die aromatisierten Grey Goose Produkte.
In den traditionellen Herstellungsländern wird Wodka gern pur und eiskalt getrunken. Unerlässlich ist er für die Zubereitung einer "Bloody Mary" (Wodka, Tomatensaft, Pfeffer) durch seinen neutralen Geschmack. Der in den USA entwickelte "Moscow Mule" (Wodka, Gurke, Ginger Beer) trug zum Erfolg von Wodka in den USA ab den 1950er Jahren einen großen Teil bei. Seit Jahren kommen Ultra-Premium Wodkas mit Top-Preisklassen immer mehr in Mode, die mit hoher Qualität und mehrfacher Destillation bzw. Filterung beworben werden. Kritiker sehen hierbei Diskrepanzen zu hochpreisigem Whisky und Rum, die für ihre Reifung sehr lange gelagert werden und deren Prooduktion daher einen hohen finanziellen Aufwand bedeutet.
Quellen: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie (Artikel gekürzt und ergänzt)
Autor(en): Wikipedia-Autoren, BarFish-Redaktion