In der EU hergestellter Likör muss einen Mindestgehalt von 100 g Invertzucker pro Liter aufweisen. Jede Spirituose, die mindestens diesen Zuckergehalt enthält, ist ein Likör. Crèmes sind besonders süße Liköre mit einem Zuckergehalt von mindestens 250 g pro Liter, bei Crème de Cassis sind mindestens 400 g pro Liter vorgeschrieben. Crèmes werden hauptsächlich zur Zubereitung von Cocktails verwendet.
Entstanden ist der Likör im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts, als Arnaldo von Villanova, Rektor der medizinischen Fakultät der Stadt Montpellier, die Technik der Destillation von Alkohol von einem Kreuzzug mit nach Europa brachte. In Alkohol und Alkoholwassergemische legte er eine Vielzahl von Heilpflanzen ein, um deren Wirkstoffe herauszulösen. Diese Technik nennt man "Mazeration" und sie gehört neben dem Destillieren noch heute zu den beiden Grundtechniken der Likörherstellung. Die Mazeration dauerte von ein paar Stunden bis ein paar Wochen. Nach der Mazeration wurde der Alkohol noch ein bis zweimal destilliert. Um die Pflanzenauszüge genießbar zu machen, rundete er den Geschmack mit Honig ab. Der Likör begann somit als Heilmittel.
Lange Zeit blieben Liköre die Domäne der Apotheken und der Klöster mit ihren Kräutergärten. Bereits im 14. Jahrhundert begann man aber auch, Liköre für den gleichzeitigen Genuss von Alkohol, Aroma und Süße herzustellen. Aufgrund der über lange Zeit sehr hohen Zuckerpreise war der Genuss von Likören bis ins 17. Jahrhundert auf die wohlhabendsten Schichten der Bevölkerung begrenzt. Seit Zucker, zuerst infolge des Kolonialismus, allgemein zur Verfügung steht, gibt es Liköre von fast allen bekannten Früchten und Kräutern. In Frankreich gab es praktisch in jedem Ort einen oder mehrere Liquoristen, der eine bunte Mischung von Likören herstellte.
In Cocktails wirken Liköre oft als "Geschmacksverstärker" oder runden einen Drink ab. Bekannte Liköre, die jede gute Bar oder Hausbar in ihrem Barstock haben sollte, sind u. a. Triple Sec Curacao, Kaffeelikör, Cassis, Cherry Brandy, Licor 43, Galliano, Chartreuse und Amarula. Spannende Liköre gibt es auch mit z. B. Schokoladenaromen (Mozart Dry, Yabago) sowie auf Basis von Rum, Whisky und Tequila.
Quellen: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie (Artikel gekürzt)
Autor(en): Wikipedia-Autoren, BarFish-Redaktion